You and I are like oil and water…
…and we’ve been trying to mix it up.
We’ve been dancing on a volcano
And we’ve been crying, crying, crying
Over blackened soles
Babe, this wouldn’t be the first time
It will not be the last time
There is no parasol that could shelter this weather
We’ve been lying to each other
Hey! Babe! Let’s just call it, call it, call it
Ohhhhhhhh…. what it is!
(Incubus – Oil and water)
Und wieder einmal habe ich es nicht geschafft. Ich hab mich schon monatelang nicht mehr bei dir gemeldet, lieber Blog. Dennoch hoffe ich inständigst, dass du mir verzeihen wirst. Es ist viel passiert in der letzten Zeit. Ich hab das Gefühl, dass ich jetzt wieder mit beiden Beinen im Leben stehe. Ich habe das Gefühl, dass alles so anders ist, als früher – beim letzten Artikel, den ich gepostet habe. Wenn ich mir diesen Artikel heute durchlese, kann ich nicht einmal mehr schmunzeln. Wie naiv war ich bitte? Wie instabil war ich, wie depressiv war ich? Ich kann mir das zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht vorstellen, so etwas zu fabrizieren. Ich würde mich dafür schämen. Aber ich tu es mal damit ab, dass ich damals einfach verzweifelt war, und im Zuge dieser grausigen Verzweiflung hab ich alles an meinem Blog ausgelassen, der Arme (wenn “er” ein er ist, das hab ich noch nicht entschieden…).
Komisch, wenn man so darüber nachdenkt, wie es früher war und wie man sich heute fühlt. Mein Freund und ich sind immer noch zusammen =) Und es war alles anders, nach seinem Urlaub, aber es war alles besser. Es wurde alles besser, und jetzt ist unsere Beziehung ausgereift, stabil und dennoch immer noch innovativ und aufregend. Darüber kann ich mich absolut nicht beklagen (schon gar nicht, wenn ich berechtigterweise davon ausgehen muss, dass er das hier liest – Scherz bei Seite).
Gefühlsmäßig gehts mir gut. Das riesige Loch, in das ich voriges Jahr gefallen bin ist scheinbar zugebuddelt. Manchmal spüre ich noch etwas Erde zwischen meinen Zehen, aber das ist okay. Man soll seine Vergangenheit ja auch nicht vergessen. Ganz im Gegenteil.
Und in meiner Heimatstadt fühle ich mich wohler denn je. Ich habe mich eingelebt, und die Freunde, die ich hier gefunden habe, würde ich gegen nichts und niemanden tauschen. Auf einer intellektuellen und erwachsenen Basis mit gleichgesinnten Individuen Diskurs zu führen, über Dinge die das Leben betreffen – das ist einfach herrlich. Zusätzlich auch noch auf derselben Wellenlänge zu sein – das ist das Pünktchen auf meinem I.
Nun aber zum eigentlichen heutigen Thema….
“You and I are like oil and water, and we’ve been trying to mix it up…”
Warum diese Einleitung? Das Thema dieses Liedes passt einfach zu den Gedanken, die ich schon seit einiger Zeit hege. Es kommt nicht ganz von ungefähr, dass ich unter anderem Philosophie studiere. Ich liebe es, mir Gedanken über alles und jeden zu machen. Ich könnte meine Gedanken immer weiter spinnen, so lange, bis mir nichts mehr einfällt – und über meine Hirngespinste zu sprechen macht mir irrsinnigen Spaß.
Zurzeit denke ich über das Leben an sich nach. Ich habe eine für mich ganz plausible Theorie, die auch nicht dem Menschenverstand widerspricht: Uns passieren gute Dinge, nur damit schlechte Dinge nachkommen können und umgekehrt. Soll man sich nun über etwas Positives freuen, wenn man doch genau weiß, dass es nur für einen Moment verweilt – dieses gute Gefühl – und wenn man sich sicher sein kann, dass einem bald darauf das nächste Übel den Boden unter den Füßen wegreißt?
Klar hat jeder Mensch seine Lasten zu tragen. Manche mehr, manche weniger. Aber es fällt doch auf, dass wenn man noch so glücklich ist, dass wenn man noch so sehr daran glaubt, dass man alles hat, was man braucht, gerade dann die schlimmsten Dinge passieren, die einen sozusagen wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Es klingt pessimistisch, wenn ich behaupte, dass man sich über Positives nicht so sehr freuen kann, weil man Angst davor haben muss, dass dieses gute Ereignis durch ein noch viel schlimmeres oder schlechters zerschmettert werden könnte – aber ich sehe das einfach so. Ich kenne einige Menschen von denen ich behaupten würde, dass sie grundsätzlich glückliche Menschen waren – bis etwas eingetroffen ist, dass sie zerstört hat und ein ganz beträchtlicher Teil der Seelen dieser Menschen wird immer davon betroffen sein, da können noch so gute Dinge nachkommen. Explizite Beispiele möchte ich jetzt nicht nennen, es geht doch um das Grundsätzliche: Behüte ich mich selbst davor, mich zu sehr über etwas zu freuen, so beuge ich dem noch tieferen Fall vor – ich kann mich damit schützen. Ein Schutzmechanismus, der nur menschlich ist. Klar soll man nicht die Freude am Leben – an den schönen Dingen im Leben – verlieren, aber man sollte sich bewusster werden, das alles vergänglich ist. Nicht nur das Leben an sich, sondern auch alles andere.
Nichts bleibt so wie es ist. Veränderungen prägen unser Leben, und man sollte positive wie negative Ereignisse bewusster erleben und sich darauf konzentrieren, dass das Leben so wie eine Münze ist: es hat zwei Seiten. Wer die Münze wirft, diese Frage habe ich mir noch nicht gestellt. Damit befasse ich mich ein anderes Mal.